Blähungen vermeiden dank Probiotika?


Blähungen vermeiden mit Probiotika
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Zwar leiden viele Menschen unter Blähungen, so dass diese Erkrankung oft gar nicht mehr bewusst als solche wahrgenommen wird – aber das bedeutet nicht, dass man das Problem einfach ignorieren sollte oder akzeptieren muss. Einer der Hauptgründe für Blähungen ist eine falsche Ernährung: Spezielle Lebensmittel oder Gewürze, die man nicht verträgt, aber auch andere Ursachen können zu Flatulenzen führen. Diesem Problem lässt sich in vielen Fällen durch die Einnahme von Probiotika entgegenwirken. Wie Sie störende Blähungen in den Griff bekommen, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Blähungen und Darmbakterien

Zwar kann ein Hausarzt Blähungen oder sogar einen Reizdarm diagnostizieren, aber die Ursachen dafür sind nicht immer so einfach feststellbar. Die Auslöser können vielfältiger Natur sein: Psychischer Stress, genetische Veranlagung oder auch Infektionen im Körper können eine ausschlaggebende Rolle spielen. Auch reagieren einige Menschen mit einem sehr empfindlichen Darm auf Antibiotika.
Genau deshalb ist oft viel Geduld erforderlich, wenn man der Sache auf den Grund gehen möchte – nur so kann eine geeignete Behandlungsmethode gefunden werden, mit deren Hilfe sich Blähungserscheinungen reduzieren lassen. Oft zeigt sich, dass Menschen ganz unterschiedlich auf Heilmethoden oder entsprechende Medikamente reagieren und es aus diesem Grund keine allgemein gültige Lösung gibt.

Wissenschaftler erforschen derzeit vor allem, was unser Mikrobiom damit zu tun hat. Dies sind die Milliarden Bakterien, welche in unserem Körper leben und sowohl in unseren Schleimhäuten und Zellen als auch auf unserer Haut vorkommen. Speziell im Darm fühlen sich diese Bakterien besonders wohl: Hier leben bis zu 1.500 unterschiedliche Bakterienarten. Bislang ist allerdings noch nicht erwiesen, dass diese Bakterien mit Blähungen oder dem Reizdarmsyndrom zusammenhängen. Sie spielen in erster Rolle für unsere Verdauung eine wichtige Rolle und sorgen außerdem dafür, dass Prozesse im Körper korrekt ablaufen.
Allerdings ist anhand neuer Studien klar erwiesen: Wenn das Mikrobion aus seiner natürlichen Balance gerät, wird durch einen solchen Prozess auch die Gesundheit negativ beeinflusst. Inwieweit dies jedoch den Darm und seine Funktionalität betrifft, muss erst noch genauer untersucht werden.

Die Mehrheit der Wissenschaftler sind sich allerdings schon jetzt darüber einig, dass bei Patienten, die unter Blähungen oder einem Reizdarm leiden, sowohl die Darmflora als auch die Darmaktivität anders funktionieren als bei Menschen, bei denen keine Beschwerden auftreten. So konnte nach einer Reihe von verschiedenen Untersuchungen festgestellt werden, dass spezielle Firmicutes- und Proteo-Bakterien in größerer Zahl vorkommen als andere Arten. Eine solche Entwicklung hat zur Folge, dass das Mikrobiom im Darm aus seinem Gleichgewicht gerät, was sich wiederum auf die Darmfunktion auswirken und in Blähungen äußern kann.

Probiotika als wirksame Lösung gegen Blähungen

Probiotika können nach Meinung vieler Mediziner als eine wirksame Maßnahme gegen unangenehme Blähungen eingesetzt werden. Probiotika sind allerdings keine Medikamente sondern lebendige Hefepilze und Bakterien, welche unter anderem in sauren Milchprodukten wie Buttermilch, Joghurt oder Quark vorkommen – und das auf ganz natürliche Weise. Häufig werden Probiotika auch ganz einfach als Milchsäurebakterien bezeichnet.

Man zählt Probiotika übergreifend zu den gesundheitsfördernden Mikroben. Sie sollen dabei helfen, den Darm zu stabilisieren und die Darmflora insgesamt auszubalancieren – dies wirkt sich auch auf Blähungen positiv aus, denn sie lassen sich dadurch gut behandeln.

Nachweislich gibt es verschiedene Wirkungsweisen von Probiotika im Körper: Unter anderem sind sie dafür verantwortlich, das Wachstum von gesundheitsschädlichen Bakterien zu verhindern. Auch das Entstehen von Infekten oder das Ausbreiten von Entzündungen wird von ihnen effektiv unterbunden. Probiotika sind darüber hinaus in der Lage, unser Immunsystem nachhaltig zu stärken und die Darmaktivität auf ein gesundes Niveau zu bringen.

Allerdings muss dazu gesagt werden: Wer Blähungen oder ein Reizdarmsyndrom mit Probiotika behandeln möchte, muss sich in den meisten Fällen in Geduld fassen. Oft nimmt es mehrere Wochen in Anspruch, bis sich eine Besserung feststellen lässt und die Blähungen spürbar nachlassen. Gerade während dieser Anpassungszeit empfiehlt es sich, sein Essverhalten zu überprüfen und eventuelle Lebensmittelunverträglichkeiten vom Hausarzt ausschließen zu lassen.

Die Wirkungen von Probiotika sind grundsätzlich temporär und beschränken sich auf die Dauer der Probiotika Einnahme.

Abschließend sollte festgehalten werden: Die Behandlung mit Probiotika ist bei Blähungen zu empfehlen, obwohl prinzipiell keine pauschale Aussage in Hinsicht auf eine durchweg effektive Wirkungsweise gemacht werden kann. Es gibt zweifellos Personen, bei denen Probiotika weniger hilfreich sind als bei anderen, deshalb sollte eine Probiotika Effizienz individuell durch Ausprobieren geprüft werden.

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